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Lesung und Gespräch. Existenziell wichtig! - kann ein gelber Pullover für ein kleines Mädchen sein, sagt Ursula März. Und trotzdem wurde das gute Stück nur einmal getragen. Eine Pullover-und-mehr-Geschichte zwischen Herzogenaurach und der Insel Stromboli „Dieser Pullover, pures Nylon, 100% Chemie!, das war damals ein wirkliches Kultobjekt, so ähnlich wie Dosennahrung ... von der wir heute auch nicht mehr soviel halten ... das hat Fortschritt und neues Leben symbolisiert“, beschreibt Ursula März dieses aufgeladene Kleidungsstück im Gespräch mit Judith Heitkamp. Und sie erzählt, dass es wirklich ihr gelber Pullover war, der hier in einem Roman wieder auftaucht. Wie überhaupt sehr vieles aus ihrer Kindheit in Mittelfranken. Im Roman geht es um vieles ganz konkret – um die 60er Jahre, Sparzwang und Verschwendung, Nachkriegszeit und Aufbruch, Eltern und Kinder, Mütter und Töchter, Herzogenaurach und die Vulkaninsel Stromboli. Aber auch darum, wie wir Erinnerungen und Jetzt verbinden ... und wie sehr das unsere Persönlichkeit bestimmt.
Gast: Ursula März, Literaturkritikerin und Schriftstellerin. Aufgewachsen in Herzogenaurach, lebt in Berlin. Ihr Roman „Tante Martl“ war ein Bestseller und erzählte auch schon von ihrer Familie.
Host: Judith Heitkamp, kommt aus dem Münsterland, schätzt an Mittelfranken besonders das Erlanger Poet*innenfest.
Sprecherin: Jenny König, spielt an der Berliner Schaubühne.
Regie: Irene Schuck, hat schon viele Bücher für Buchgefühl lebendig gemacht.
Buch: Ursula März, Mein gelber Pullover, 175 S., Piper Verlag.
Hör-Tipp: Geografische Entfernungen – wie in unserem Buch die zwischen Herzogenaurach und Stromboli - sind auch nicht so wichtig für den World-Musik-Podcast Open World. Glocal Music und Musikkulturen jenseits festgelegter Stile und Grenzen. Mal reinhören?
https://www.ardaudiothek.de/sendung/open-world-wdr-3/urn:ard:show:ec2d588578727ad7/ |