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Am 2. März 1761 stirbt Anna Maria Christmann - eine weitgehend unbekannte Frau, die sich als Mann verkleidete und im Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg kämpfte. Doch ist die Geschichte auch wahr?
In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:
- wie ein Bettelmädchen aus Dürnau in Männerkleidern in den Krieg zieht,
- warum Anna Maria Christmann lange Zeit als Legende gilt,
- und wie ein unscheinbares Archivdokument ihre Geschichte bestätigt.
Anna Maria Christmann wächst um 1700 in bitterer Armut auf, verliert früh ihre Eltern und schlägt sich als Bettelmädchen durch. Um zu überleben, verkleidet sie sich als Mann, arbeitet als Knecht und lässt sich schließlich als Soldat anwerben - unter dem Namen ihres Vaters.
Sie kämpft im Türkenkrieg, wird verwundet, desertiert, wird zum Tode verurteilt und erst in letzter Minute begnadigt. Ihr bewegtes Leben endet schließlich in Stuttgart, wo sie als Briefträgerin arbeitet. Lange bleibt unklar, ob ihre Geschichte wirklich stimmt, die Quellen sind lückenhaft. Doch ein wiederentdecktes Gnadenschreiben des Herzogs belegt: Anna Maria Christmann hat tatsächlich als Soldat gedient.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Manfred Wolfhard, Heimatforscher aus Dürnau (Geburtsort Anna Maria Christmann)
- Charlotte Wagner (Studentin, die ihre Bachelor-Arbeit über Anna Maria Christmann geschrieben hat)
- Dorothea Keuler: Provokante Weibsbilder: Historische Skandale aus Baden und Württemberg. Silberburg, Tübingen 2011
- Allgemeine deutsche Bürger- und Bauern-Zeitung: ein Organ zur Verhandlung allgemein interessanter Volks-Angelegenheiten, […], Bd. 3, Regensburg 1833, S. 614
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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autor: Marko Rösseler Redakteur: Matti Hesse Technik: Sascha Schiemann |