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Alles dreht sich um die FPÖ. Bei der Parlamentswahl in Österreich müssen die Rechtspopulisten kaum Verluste befürchten, obwohl sie mit dem „Ibiza-Video" ihres damaligen Parteichefs Strache die politische Krise ausgelöst hatten. Der langjährige „SPIEGEL“-Korrespondent in Wien, Martin Pollack, sieht als Ursache dafür einen Verdrängungs-Prozess bei den Wählern. „Das hat eine unselige Tradition in Österreich, dass wir unangenehme Dinge verdrängen“, meint Pollack unter Verweis auf die mangelnde Aufarbeitung der NS-Zeit. Die FPÖ betreibt nach seiner Auffassung eine „Täter-Opfer-Umkehr“, indem sie sich als Opfer eines politischen Attentats darstellt. „Die FPÖ ist eigentlich nicht regierungsfähig, das muss auch Kanzler Kurz gewusst haben“, kritisiert Pollack den Spitzenkandidaten der konservativen ÖVP, die nach allen Umfragen am Sonntag Wahlsieger werden könnte. Der Wahlkampf im Land sei laut gewesen „bis zum Abwinken und zum Überdruss bei den Wählern“, findet er.
Martin Pollack ist Jahrgang 1944; er arbeitete als "SPIEGEL"-Korrespondent in Wien und Warschau. Für seine Übersetzungen und Romane erhielt er 2011 den "Leipziger Buchpreis zurEuropäischen Verständigung" und 2018 den "Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik" |