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„Die Gewerkschaften sind ein wesentlicher Faktor für die Qualität des Lebens“, lobt Wolfgang Schroeder den DGB. Doch die Bilanz zum 70.Jahrestag der Gründung falle durchaus gemischt aus. „Ich möchte an erster Stelle das Versagen der Gemeinwirtschaft nennen“, sagt der Politikwissenschaftler über die Implosion des Genossenschafts-Systems in den 1980er Jahren. Bemerkbar mache sich das heute vor allem im Fehlen preiswerter Wohnungen. Zudem sei der DGB vor allem eine „Männergewerkschaft“. Schroeder mahnt: „Wenn man eine Gewerkschaft für alle sein will, dann muss man auch die ganze Vielfalt der Arbeitswelt repräsentieren“. Problematisch sieht Schroeder den schwindenden politischen Einfluss des DGB. Hauptgrund sei die Krise der SPD als dem „privilegierten Partner“ des DGB: „Die Partei ist so schwach, dass hier zukünftig gar nicht denkbar ist, dass die Gewerkschaften über diesen Kanal ihre Interessen vertreten“. |