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Interview mit Hubert Kleinert, Politikwissenschaftler Gießen | "Wir haben so etwas eine grüne Konjunktur", sagt Politikwissenschaftler Hubert Kleinert über den Wahlerfolg der Grünen bei der Landtagswahl in Hessen. Grüne Themen seien längst in die Mitte der Gesellschaft gerückt, aber: "Die Grünen profitieren auch von der schlechten Performance der Großen Koalition in Berlin."
Und auch von der Polarisierung der Gesellschaft: "Sie hat die Grünen als den natürlichen Gegner der AfD begünstigt." Der frühere Grünenpolitiker Kleinert traut der Partei auch weitere Erfolge zu: "Die Bedingungen durch den Generationswandel und die größere Offenheit gegenüber den Grünen sind günstiger geworden."
Man dürfe ihre Chancen aber auch nicht überschätzen: "So schlecht muss die Performance der anderen in Berlin nicht bleiben." Im klassischen Sinne würden die Grünen nie zur Volkspartei werden. Denn sie könnten nicht das Maß an gesellschaftlicher Bindung erreichen, wie noch früher SPD oder CDU. Diese Bezugsgrößen seien aber womöglich nicht mehr zeitgemäß.
Ursprünglich kämen die Grünen zwar aus einem linken Politikfeld, seien heute aber eine vergleichsweise "unideologische, dafür linksliberale oder linksökologische Partei". Dieser pragmatische, erwachsene Weg sei der einzig richtige, um auch in Hessen Politik zu gestalten. |