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Description:
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Mit der Studentenbewegung der späten 1960er-Jahre ging im Westen eine Renaissance marxistischer Ideen einher. Das theoretische Selbstverständnis spielte für die »68er« eine außerordentlich große Rolle. Symbole dieser Orientierung waren die Konterfeis, die demonstrierende Studentinnen und Studenten vor sich hertrugen: Bilder von Rosa Luxemburg, Che Guevara, Leo Trotzki oder Mao Tse-tung.
Doch während die Protestbewegung im Westen unter den Bedingungen der freiheitlichen Demokratie nach Wegen zur Verwirklichung eines kommunistischen Ideals suchte, verweigerten sich die poststalinistischen Diktaturen im Osten mit aller Macht den westlich-marxistischen Ideen und der Möglichkeit eines »Dritten Weges«, ja selbst einem »Sozialismus mit menschlichem Antlitz«, wie er 1968 in Prag versucht wurde.
Die zweite Veranstaltung der Reihe »Das doppelte 1968. Hoffnung Aufbruch Protest« fragte nach der Rolle kommunistischer Theorien und Ideen für die 68er-Bewegung. Welche Bezugspunkte lassen sich zwischen der Renaissance marxistischen Denkens im Westen und dem »real existierenden Sozialismus« in den Staaten Ostmitteleuropas finden? Welche gesellschaftlichen Folgen hatten die damaligen intellektuellen Utopien und was ist von ihnen bis heute geblieben? |