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Description:
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Der "PISA-Schock" stieß in Deutschland eine intensive Diskussion über die Qualität des Bildungssystems an und führte zu mehreren tiefgreifenden Schulreformen. In der bis heute anhaltenden Debatte wird auch immer wieder die DDR-Einheitsschule mit ihrem Leistungsprinzip, dem einheitlichen und gemeinsamen Lernen über viele Jahre hinweg und ihrem Fokus auf die Naturwissenschaften als Modell herangezogen. Die negativen Seiten des SED-Erziehungssystems bleiben oft unterbelichtet: ideologische Indoktrination und politische Reglementierung, starre Lehrpläne und formalisierte Unterrichtsmethoden, fehlende Individualität für Lehrende und Lernende. Besonders einige ostdeutsche Bundesländer scheinen heute mit Anleihen und fortgesetzten Traditionen aus dem sozialistischen Unterricht Erfolge zu feiern. Sachsen und Thüringen belegen bei nationalen Vergleichsstudien regelmäßig Spitzenplätze.
Die dritte Veranstaltung der Reihe "Deutschland 2.0" im Jahr 2017 nahm die Rolle der DDR-Schule in der gesamtdeutschen Bildungsdebatte in den Blick und fragte danach, welche Aspekte der DDR im föderal organisierten Bildungssystem heute nachwirken. Es wurde zudem diskutiert, ob es pädagogische Ansätze des untergegangenen Staates gibt, von denen Deutschland mit seinen aktuellen Herausforderungen auf dem Weg zur erfolgreichen Bildungsnation profitieren könnte. |