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Podcast: ERF Plus - Wort zum Tag (Podcast)
Episode:

1. Petrus 5,7

Category: Religion & Spirituality
Duration: 00:06:48
Publish Date: 2018-04-22 17:00:00
Description:

Als junger Christ habe ich in unserer Jugendgruppe oft eine Vertonung unseres Tagesverses gesungen: „Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorget, denn er sorget, denn er s-o-o-o-o-o-rget für euch!“ Das Lied gefällt mir bis heute.

Dennoch habe ich heute ein Problem: Über dieses Bibelwort lässt sich schlecht einfach so reden, man muss es erfahren. Gut, das ist bei vielen Bibelworten so. Sie berichten von Erfahrungen und wollen zum Vertrauen einladen. Sie wollen den Weg zu dieser Erfahrung dem Hörer oder Leser des Wortes öffnen.

Zur Sorglosigkeit aufgefordert werden wir an diversen Stellen der Bibel:

In Psalm 55: „Wirf deine Last auf den HERRN, er wird dich versorgen, den Gerechten lässt er niemals wanken.“ (Psalm 55,23)

In der Bergpredigt sagt Jesus: „Sorgt euch also nicht um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen.“ (Matthäus 6,34)

Paulus formuliert radikal: „Sorgt euch um nichts“ (Philipper 4,6)

Wie kommen wir zu einem sorgenfreien Leben? Das kann uns von unserem Typ her sehr unterschiedlich schwer fallen. Die einen neigen viel eher dazu, sich Sorgen zu machen als andere. Da kommt man mit ein paar gut gemeinten Ratschlägen nicht ans Ziel. Wie kann man dagegen ankämpfen, von Sorgen belastet, geplagt oder im schlimmsten Fall sogar aufgezehrt zu werden? Wer sich intensiv sorgt, der leidet. Ich empfinde es als nicht zielführend, aktiv gegen Sorgen anzukämpfen, z.B. im Bemühen um positive Gedanken. Ich schlage einen indirekten Weg vor:

Alle vier Evangelien widmen dem Leiden Jesu zwei volle Kapitel. Wenn Sie nun leiden – eben z.B. unter der Last von Sorgen – dann vertiefen Sie sich ins Leiden Jesu. Gehen Sie gedanklich und betend mit ihm durch die letzten Tage in seinem Erdenleben. Beten Sie ihn an als den, der unsere Schmerzen und auch unsere Sorgen trägt. Im guten Fall können Sie den Rucksack Ihrer Sorgen abstreifen. Das ist ein aktiver, ein bewusster Schritt. Lassen Sie los! Vertrauen Sie IHM, dem Schmerzensmann. Vertrauen Sie ihm Ihre Sorgen an. Und wenn Sie Ihr Gebet abschließen, dann lassen Sie den Rucksack bitte liegen, anstatt ihn wieder mitzutragen.

Jesus, du bist den Weg in die Tiefe gegangen. Du hast Mitleid empfunden z.B. für Menschen, die den Widerwärtigkeiten des Lebens schutzlos ausgeliefert sind. Und du kannst unsere Sorgen tragen, er-tragen. Wir wollen sie loslassen und bei dir niederlegen.

Autor: Pfarrer Alexander Nussbaumer


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