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Immer wieder höre ich, dass Menschen Angst vor Gott haben. Weil sie denken: Gott ist streng. Er bestraft. Er rechnet ab.
So ähnlich fühlten sich viele zur Zeit des Propheten Hesekiel – vor ungefähr 2600 Jahren. Hesekiel ist mit einem Teil der Oberschicht des Volkes Israel nach Babylon verschleppt worden, und nun spricht er zu seinen Landsleuten im Exil. Das Königreich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem ist am Ende. Noch steht der Tempel zwar, aber die Babylonier haben sich im Umland schadlos gehalten. Und viele von Hesekiels Landsleuten sagen damals: Wir werden bestraft – für die Schuld unserer Väter. Wir leiden für etwas, das wir selbst gar nicht verursacht haben.
Genau da hinein redet Gott. Und lässt durch den Propheten ausrichten: Nein. So ist es nicht. Jeder steht selbst vor mir. Niemand ist festgelegt durch die Vergangenheit. Niemand büßt für die Schuld seiner Vorfahren. Jeder kann umkehren. Jeder kann neu anfangen. Selbst, dann noch, wenn die Lage völlig verfahren erscheint.
In Hesekiel 18,32 sagt Gott diesen bemerkenswerten Satz:
„Ich habe kein Gefallen am Tod dessen, der sterben muss. Kehrt um – damit ihr lebt!“
Das ist Gottes Herz. Nicht Strafe. Nicht Tod. Sondern Leben.
Ja, Gott nimmt ernst, wie wir leben. Auch unsere Entscheidungen. Aber er will nicht, dass wir in Angst erstarren. Er ruft uns in die Verantwortung. Zur Umkehr. Umkehr heißt: Ich richte mich neu aus. Ich mache mich auf – in Gottes Richtung.
So höre ich diesen Ruf: Wähle das Leben. Komm. Du bist willkommen.
Vielleicht beginnt meine Antwort darauf ganz schlicht so: Gott, ich möchte leben.
Angstfrei. Mit Hoffnung für das, was kommt. Und auf dich ausgerichtet.
Autor: Susanne Thyroff
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