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An was für einen Gott glaube ich eigentlich? Diese Frage ist in Zeiten der Corona-Krise für viele scheinbar wieder wichtig geworden. Menschen, die schon lange keine Kirche mehr besucht haben, folgen plötzlich den Liveübertragungen von Gottesdiensten im Netz. Andere wieder rücken in Hauskreisen per WhatsApp oder Skype wenigstens virtuell zusammen.
Vielleicht weil sie etwas suchen, was sich alleine in der eigenen Wohnung nicht herstellen lässt: Nähe und Gemeinschaft. Und diese Gemeinschaft bezieht sich nicht nur auf das menschliche Miteinander. Christen glauben eben nicht an einen Gott, der einfach ein Buch vom Himmel geworfen hat. Christen glauben an einen Gott, der nicht nur redet und anordnet. Sie glauben an einen Gott, der mitgeht, der in guten Tagen und in Krisen eng und nah dabei ist.
„Gottes unsichtbares Wesen wird wahrgenommen durch seine Werke,“ schreibt der Apostel Paulus an die weltgewandte Gemeinde in Rom. Damit bestätigt er: Gott redet nicht nur er handelt vor allem. Mitten im Chaos dieser Welt. Zu Karfreitag wird dies in besonderer Weise deutlich. Gott setzt sich der ganz dem Unvermögen der Menschen aus, und lässt ich lieber hinrichten, als alles zu zerschlagen. Er leidet mit und trägt die Schmerzen der Welt.
Mehr Nähe geht nicht. Mehr Handeln geht nicht. Gottes Wort ist kein Gerede. Gottes Wort ist Tat. Darauf setze ich mein Vertrauen, gerade in Zeiten wie diesen.
Autor: Andreas Odrich
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