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Description:
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Sein Leben dokumentiert ein Stück deutscher Geschichte: Paul Freiherr Wolff von Todenwarth (1876-1965) entstammt einem Adelsgeschlecht aus Thüringen. Seine in Buchform veröffentlichten Abenteuer als "verwegener Baron" machten ihn populär. Er floh im Ersten Weltkrieg aus einem sibirischen Gefangenenlager, schlug sich monatelang als Kosak verkleidet bis Peking durch und reiste mit der Transsibirischen Eisenbahn, vorbei am Gefangenenlager, zurück ins Deutsche Reich. Der verwegene Baron
Flucht aus Sibirien und Dschihad für den Kaiser
Von Nikolai von Koslowski und Lorenz Schröter
MDR, WDR, BR 2016
Paul Freiherr Wolff von Todenwarth flieht im Ersten Weltkrieg aus einem sibirischen Gefangenenlager, schlägt sich als Kosake verkleidet bis Peking durch, besteigt dort die Transsibirische Eisenbahn und reist mit gefälschtem Pass zurück ins Deutsche Reich. Dort meldet er sich beim Kriegsministerium zurück und wird - noch während des Ersten Weltkrieges - als Geheimagent nach Libyen entsandt, um die Araber zum Dschihad gegen die italienische Kolonialmacht aufzuwiegeln. Der Baron baute in Libyen eine Funkstation auf und versprach der strenggläubigen Senussi-Brüderschaft Waffen, wurde gefangen genommen und nach dem Ende des Krieges freigelassen. Ein arabischer Fürst gab ihm ein Reitkamel als Dankesgabe für den deutschen Kaiser mit. Da es nicht in das U-Boot passte, wurde es ins Meer getrieben, das U-Boot fuhr unter das Tier und schipperte im Schneckentempo nach Italien, wo es in einen Zoo kam. Paul Wolff von Todenwarth, heiratete, bekam einen Sohn, der im Zweiten Weltkrieg fiel. Bis zu seinem Tod lebte Paul Freiherr Wolff als Bauer in Altötting. Nikolai von Koslowski erinnert sich noch sehr gut an den alten verschrobenen Onkel. Jahrzehnte später recherchiert er zusammen mit Lorenz Schröter die Familiengeschichte der Todenwarths und beide entdecken ein lang gehütetes Familiengeheimnis.
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