|
Description:
|
|
Das einzige, was Donald Trump wirklich aufbauen will, ist eine Mauer zu Mexico. Sonst ist der Mann eher mit dem Niederreißen und Zerstören beschäftigt. Das Atomabkommen mit dem Iran möchte er im Mai kündigen. Die Nahost-Diplomatie liegt schon seit dem Entschluss, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, in Trümmern. Anfang Mai könnten Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium die Handelsbeziehungen zu Europa schwer beschädigen, wenn nicht gar das transatlantische Verhältnis als Ganzes. Destruktiv, sprunghaft und ohne Rücksicht auf die zarten Geflechte der Weltpolitik - so agiert der neue Mann im Weißen Haus. Und nicht alle finden das schlecht: sogar Menschen, die kein einziges von Trumps Zielen gut heißen, erhoffen sich von der rüden Erschütterung vorhandener Gewissheiten, Chancen für Neues: neue handelspolitische Koalitionen von Europa mit China oder Russland etwa, unverhoffte Durchbrüche im Korea-Konflikt und vor allem in Europa eine Besinnung darauf, was man wirklich will und braucht: im Welthandel, in der NATO, im Nahen Osten. Wirkt Trump als der produktive Zerstörer, der die Verhältnisse zum Tanzen bringt - und neue Wege öffnet, die er selber gar nicht gehen will? |