Es ist ein vielleicht etwas gewagter Vergleich… – aber was haben Zypern und die Kapverden gemeinsam? Beide sind ganz neutral als Destination betrachtet gute Produkte mit viel Potential. Und beide kommen seit vielen Jahren nicht raus aus ihrer Nische des Mauerblümchens im organisierten, deutschen Tourismus.
Warum nicht? Bei beiden, natürlich sehr unterschiedlichen, Zielgebieten stimmen die Rahmenbedingungen nicht unbedingt für eine erfolgreiche Vermarktung in Deutschland. Im Vergleich zu anderen ähnlichen Destinationen werden sie vom Kunden doch nicht so favorisiert, vielleicht wegen des Preises oder des nicht passgenau abgestimmten Angebots für die größte Gruppe im Volumenmarkt, und dem Fehlen an der Grundvoraussetzung für einen guten Verkauf: bequemen, preiswerten und zahlreichen Flugverbindungen.
Natürlich hat Zypern unbestreitbare Vorzüge. Selbst, wenn wir nur über den griechischen Teil reden. Die Strände sind zwar lange nicht so schön, wie im türkisch besetzten Norden, aber immer noch, vor allem um das östliche Ayia Napa herum, perfekt Familien-tauglich. Wenn man will, kann man auf Zypern genug genießen. Die Insel ist landschaftlich vielfältig – bis hinein ins Trodos Gebirge (ein Viertel der zypriotischen Fläche ist Wald) oder das im Westen liegende Akamas Naturschutzgebiet. Es gibt viel Kultur zu entdecken, Paphos war sogar Europäische Kulturhauptstadt, und die Städte Limassol, Larnaca und Nikosia haben eine besucherfreundliche Größe und Authentizität.
Und ja, wenn man britische Urlauber mag, dann ist man auf der Insel goldrichtig. Sie sind nach wie vor der beherrschende Markt. Das muss man wissen, wenn die TUI erklärt, sie bringe etwa 500.000 Menschen jedes Jahr auf die Insel. Ja, Konzernweit. Der deutsche Anteil beträgt gerade mal etwa 40.000 Gäste. Von den 200.000 Deutschen insgesamt pro Jahr – die bei einem Gästevolumen von insgesamt 3,5 Millionen wirklich keine Dominanz zeigen.
Zypern hat es also nicht leicht bei uns. Es verspricht griechische Lebensart, aber ist doch nicht so griechisch klischeehaft, wie das Original. Manchmal ist das positiv. Denn wo in Griechenland könnte man sonst im Februar im Meer baden? Auf welcher Insel gibt es ausgedehnte Wälder, sogar mit Rehen und Füchsen? Wo wird man nicht täglich mit Feta traktiert, sondern mit Halumi? Ok, das Letztere ist nicht ganz ernst gemeint, denn Halumi ist eher was für Menschen, die auch Schuhsohlen lecker finden
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