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Eigentlich wäre CSU-Chef Söder der bessere Kanzlerkandidat für die Union - wenn die CDU nicht eine spezielle Logik hätte. Deshalb meint der Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke im Gespräch mit SWR2: Am Ende wird Armin Laschet aufs Schild gehoben werden. „Es spricht vieles dafür, dass sich Vorstand und Präsidium hinter Laschet stellen“, so der Redakteur der „Blätter für Deutsche und Internationale Politik“ wörtlich.
Dabei sei es für die Union durchaus ein Risiko, wenn sie Söder ins Abseits stelle: „Söder hat das ganze Jahr auf die Kandidatur hingearbeitet“. Es sei fraglich, ob dieser sich wirklich mit voller Kraft für Laschet einsetze. Zudem liege Laschet in den Umfragen weit hinten. Laschets großes Glück sei es, dass keiner der Granden der Partei sich bisher gegen ihn gestellt habe. Vor allem der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier habe ihn immer gestützt. Das Argument bei den heutigen Beratungen der Unions-Spitze laute deshalb vermutlich: „Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht selbst demontieren“.
Das eigentliche Problem der CDU in den kommenden Monaten ist für von Lucke ihre programmatische Leere. 16 Jahre an der Macht hätten die Partei „völlig entkernt. Alle Versuche, der Partei ein neues Profil zu verschaffen, die sind gescheitert“.
Albrecht von Lucke hat Politologie und Jura studiert; er arbeitet seit 2003 als Redakteur der Monatszeitschrift „Blätter für Deutsche und Internationale Politik“, die ihren Sitz in Berlin hat. |