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Zartmann ist aktuell der deutsche Indie-Pop-Mann schlechthin, die einen sind Zartmann-Fans, die anderen haten Zartmann extrem - was Zartmann überhaupt gemacht hat, um so viel Hass abzubekommen und was das alles mit Mark Forster zu tun hat, das seht ihr in dieser PULS Musikanalyse. "TAU MICH AUF" IST ÜBERALL Wenn’s um Zartmann geht, kommen wir an "Tau mich auf" nicht vorbei. Der Song hat alleine 8 Millionen Views bei YouTube und über 150 Millionen Streams bei Spotify. Damit ist "Tau mich auf" der meistgehörte Song in Deutschland 2025. "Tau mich auf" ist vielleicht der intensivste Ohrwurm seit Langem und hat allein dadurch ein gewisses Nerv-Potenzial, man kann "Tau mich auf" einfach nicht entkommen. Logisch irgendwie, dass gefühlt ganz Deutschland "Tau mich auf" nicht mehr hören kann. Es ist trotzdem krass, wie riesig das Meme um diesen maximal harmlosen Song von Zartmann geworden ist.
BAMBI-SKANDAL, BOYKOTT & LABEL-VORWÜRFE Zum Beispiel dieser "Skandal" um Zartmann bei der Bambi-Verleihung: Nach gefühlt 1000 Fotos und Reporterfragen irgendwann keinen Bock mehr zu haben, ist eigentlich verständlich. Oder auch der Boykottaufruf gegen ein Konzert von Zartmann, weil ein Hamburger Kollektiv den Text von "Tau mich auf" "rückschrittlich" und "patriarchal" findet. Man hat bei der Kritik an Zartmann das Gefühl, dass Zartmann gerade die perfekte Zielscheibe ist für Menschen, die generell genervt sind von pseudo-progressiven Typen. Da passt auch der Skandal über die Arbeitsverhältnisse beim alten Label von Zartmann "Bamboo Artists" perfekt ins Muster – auch wenn Zartmann damit erstmal nichts zu tun hat. Für die einen ist Zartmann zu links, für die anderen nicht links genug, der Rest ist einfach nur genervt von Zartmann.
PARALLELEN ZU MARK FORSTER Wenn man sich die Videos und Jokes anschaut, die Zartmann gerade über sich ergehen lassen muss, erinnert das komplett an Mark Forster, an dieses Dauermeme über die Art Heile-Welt-Radio-Musik vom perfekten Schwiegersohn, der krass nervig und bisschen cringe ist. Mark Forster hat wirklich alles gegeben, um dieses Image endlich zu verlieren: Neuer Gen-Z-gerechter Look, neues Image und ein ganz lässig-selbstironischer Umgang mit den Witzen über sich. Mit Erfolg: Die Mark-Forster-Witze sind mittlerweile so gut wie ausgestorben. Zartmann füllt gerade unfreiwillig diese Lücke, die Mark Forster hinterlassen hat: Der Mainstream-Musiker, den eine stille Mehrheit feiert und eine sehr laute Minderheit komplett beschissen findet.
IST ES ZEIT FÜR EINE ZARTI-HATE-PAUSE? Man hat das Gefühl, Zartmann versucht aktuell auch einen Umgang mit dem Ganzen zu finden: Im Intro-Sketch zu "Weißt du überhaupt noch wer ich bin" sitzt Zartmann in einer Therapiesitzung mit Bjarne Mädel, auf Tour thematisiert Zartmann den Hate gegen sich in einer Ansage. Die Intensität, mit der manche Zartmann haten, jeden noch so kleinen Patzer clippen, kommentieren und einfach nicht aufhören, auf "Tau mich auf" rumzureiten, ist teilweise echt creepy. |