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Jetzt schreien sie – das Volk Israel - mal wieder - zu Gott. So wird uns im biblischen Buch der Richter erzählt. Sie befinden sich in einer Notlage. Und wenn Gott ihnen geholfen hat, orientieren sie sich wieder woanders hin. „Rin in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“. Keine Beständigkeit. Sie, die Israeliten – und oft wohl ich ganz genauso. Mal so, mal so. So geht das immer wieder. Fast wie ein festgefügter Ablauf. Ein Hin- und Her. Die Israeliten wollen sich nicht binden. Oder was ist der Grund?
Jetzt, wo die feindliche Heeresmacht vor der Tür steht, sind sie einsichtig. Bekennen ihre Schuld. Geben zu: Wir haben uns gegen dich, Gott gewandt und woanders Hilfe gesucht. Solches Schreien, wenn gerade mal wieder Not am Mann ist, greift zu kurz. Echte Umkehr zeigt sich in entsprechendem Handeln.
Manchmal höre ich diese sehr negativen Geschichten: Wenn Kinder ihre Eltern nur dann besuchen, wenn sie gerade mal wieder Geld brauchen. – Ich übertrage das auf unser Verhältnis zu Gott. Wer Gott zu einem Hilfeautomaten herabstuft, macht sich selber klein und unbedeutend. Gott will vielmehr geben. Er möchte in Beziehung mit uns treten. Beziehungen brauchen Wachstumszeit. Und Beziehungen wachsen dann, wenn auf beiden Seiten Beständigkeit gelebt wird.
Gott entlarvt das Schreien des Volkes Israel als zu kurz gegriffen. Echte Umkehr zeigt Auswirkungen in entsprechendem Handeln. Echte Umkehr mündet in Lebensveränderung.
Schon am Ende der Wüstenwanderung hat Gott dem Volk Israel vorausschauend gesagt: Wenn du nun isst und satt wirst und schöne Häuser baust und darin wohnst … so hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst … (5. Mose 8,12-14) – Geht es Menschen zu gut und sie vergessen darum Gott? Vielleicht! – Aber: Nicht der Wohlstand ist das Problem, sondern das Herz, das im Wohlstand stolz, selbstgenügsam und geistlich schläfrig wird. Das Problem ist nicht der Segen, sondern das Herz, das sich im Wohlstand von Gott löst.
Ich möchte zwei Dinge lernen aus dieser Situation:
Erstens: Schreien lohnt sich. Selbst wenn von meiner Seite noch so viel schiefgelaufen ist, Gott hat Geduld. Er greift ein. Er lässt sein Volk Israel nicht im Stich. Und er wendet sich auch von mir nicht ab. Seine Barmherzigkeit ist jeden Morgen neu.
Und das Zweite: Ich bitte Gott, dass er durch seine Güte in mir Vertrauen zu ihm wachsen lässt. Ich möchte Gott in guten Zeiten bewusst suchen und nicht erst, wenn es schon brennt.
Ich denke, beides gehört zusammen: Die Bitte um Vergebung, das SCHREIEN. Und zugleich, dass mein Herz sich füllen lassen darf mit der Güte Gottes.
Autor: Karsten Hellwig
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