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Es gibt Sätze in der Bibel, die bereiten mir immer wieder Bauchschmerzen. So ein Satz steht im ersten Brief des Johannes. In Kapitel fünf des Briefes schreibt Johannes, worauf sich Menschen erlassen können: Jesus Christus ist tatsächlich Gottes Sohn und hat Macht in der diesseitigen und jenseitigen Welt. Daraus schließt Johannes dann auf das Gebet von Christinnen und Christen und schreibt: "Deshalb dürfen wir uns auch darauf verlassen, dass Gott unser Beten erhört, wenn wir ihn um etwas bitten, was seinem Willen entspricht." (1. Johannes 5,14)
Ich weiß, dass ich mit meinen Schwierigkeiten mit diesem Satz nicht alleine bin. Wie oft habe ich von anderen Menschen, die an Jesus glauben, dass ihre Gebete nicht erhört wurden. Der Knackpunkt in diesem Satz des Johannes ist: meine Bitte sollte schon dem Willen Gottes entsprechen, damit sie gute Aussichten auf Erfüllung hat. Aber was ist denn in einer konkreten Lebenssituation der Wille Gottes?
In der Bibel finden sich nur wenige Stellen, wo dieser Wille ausdrücklich formuliert wird. Hilfreich finde ich, was Gott den Menschen im prophetischen Buch Jesaja ausrichten lässt: "Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und meine Wege sind nicht eure Wege." (Jesaja 55,8) Diese Wege Gottes zu erkennen maße ich mir nicht an. Was ich aber tue: Ich bete weiter! ich mache das, weil ich weiß: Gott ist der Einzige, bei dem es sich überhaupt lohnt, um etwas zu bitten. Und weil ich ihm aus tiefstem Herzen vertraue, dass er mich liebt. Gott meint es gut mit mir, auch wenn die Dinge, um die ich bitte, nicht exakt so geschehen, wie ich das gerne hätte.
Autor: Horst Kretschi
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