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Podcast: ERF Plus - Bibel heute (Podcast)
Episode:

Entzweiungen um Jesu willen

Category: Religion & Spirituality
Duration: 00:08:58
Publish Date: 2025-03-04 23:00:00
Description:

Jesus bringt Streit

Erst neulich wurde ich mit diesem Text konfrontiert. Eine Freundin argumentierte im Gespräch so: „Jesus hat doch selbst gesagt, dass er nicht den Frieden bringt“ Was? Das kann doch nicht sein! Und doch, dann habe ich es selbst noch einmal nachgelesen (V. 51): „Meint ihr, sagt Jesus, dass ich gekommen bin, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Streit.“ (Übersetzung BB)

Ich liebe die Harmonie. Streit kann ich nicht leiden. Offene Auseinandersetzungen finde ich sehr mühsam. Natürlich ist streiten im guten Sinne auch oft produktiver, als alles laufen zu lassen. Streiten im guten Sinne heißt, dass etwas Gutes dabei rauskommt. Aber irgendwie habe ich das trotzdem noch nie gemocht. Was, wenn es ein aggressiver Streit ist? Wenn dabei Verletzungen und Zerwürfnis entstehen? Aber es ist die Realität. Menschen streiten. Mich stellt die Aussage von Jesus vor eine große Aufgabe. Jesus nachfolgen, auch wenn das weniger bequem und harmonisch ist. Das heißt also: Wenn ich zu Jesus gehöre, wenn ich Frieden mit Gott habe, dann gibt es umso mehr Konflikt und Spaltung in der Welt.

Viele Christen auf dieser Erde werden wegen ihres Glaubens verfolgt. Sie haben meinen größten Respekt und ihnen bin ich unendlich viel Gebet schuldig.

Zurück zum Text. Jesus spricht vom Streit. Er spricht von Spaltung und Trennung, die es geben wird um seinetwillen. Damit macht Jesus sehr klar, wie ernst, ja wie radikal ein Leben mit ihm aussehen wird. Da wird es zu Konflikten kommen, die bis in die Familie gehen. „Alle werden im Streit liegen…,“ das betrifft auch Eltern und Kinder. Die Menschen, die so sehr durch Liebe verbunden sind, werden sich entzweien, weil sie für oder gegen Jesus sind.

Das ist komplett radikal. Das neue Leben mit Gott stellt Jesus noch über das Leben in meiner Familie.

Jesus bringt Feuer

Aber zuerst spricht Jesus über sich. Er spricht darüber, was seine göttliche Aufgabe auf dieser Erde ist. Jesus kommt zu uns und er will „das Feuer auf die Erde bringen“. Und er wünscht sich sehnlich, dass es schon brennt. Diese Worte sind stark und zunächst erst einmal erschrecken sie mich. Und deshalb möchte ich zunächst näher in der Bibel erfahren, was die Worte vom Feuer bedeuten können.

Das Jesus Feuer anzünden wird, ist ein Bildwort.

Schon im Alten Testament ist das Feuer ein Bild für Gottes Nähe. Als Mose Gottes Ruf folgt, begegnet ihm Gott in einem Dornbusch, der brennt, dabei aber nicht verbrennt. Und als Mose dann das Volk Israel aus der Gefangenschaft in Ägypten herausführt, ist es eigentlich die Feuersäule, die Gegenwart Gottes, die den Weg in die Freiheit zeigt.

Als Gott dem Volk Israel seine Gebote gibt, die Richtlinie für ein Leben in Freiheit, da ist der Berg Sinai in Feuer gehüllt.

Aber genauso ist das Bild des Feuers auch ein Zeichen des Gerichts. Das Böse wird Konsequenzen haben.

Jesus schickt einen Beistand in schweren Zeiten

Jesus spricht von dem Feuer, dass die Jünger am Pfingsttag erfüllt hat. Die Zeit nach Pfingsten und das Wachstum der Gemeinde ist voller Kraft und wie wir sagen würden voller „Feuereifer“. Die Christen sind erfüllt durch das Feuer des Heiligen Geistes.

Wenn Jesus also vom Feuer spricht und sich wünscht, dass dieses Feuer schon endlich brennt, dann darf ich aus heutiger Sicht voller Freude vom Heiligen Geist sprechen. Jesus spricht von der Dringlichkeit seiner Botschaft. Jesus möchte, dass wir uns mit der Wahrheit auseinandersetzen. Die Wahrheit, die in Jesus allein ist. (Jesus sagt „Ich bin die Wahrheit, der Weg, das Leben.) Diese Wahrheit kann unbequem sein. Sie wird herausfordern. Sie bringt Trennung. Und ich glaube, gerade in dieser Spannung liegt ja auch eine Einladung. Jesus möchte uns zu sich rufen. Das wir uns positionieren. Und er möchte, dass wir uns bewusst für ihn entscheiden und die Konsequenzen dieser Entscheidung annehmen.

Die Entscheidung für Jesus wird eben, und davon sprach ich ja zu Beginn, zu Konflikten innerhalb von Familien und in der Gemeinschaft führen. Das ist nur folgerichtig.

Und auch wenn ich es nicht gerne höre: Christsein heißt auch kämpfen. Fest bleiben in der Wahrheit Jesu. Kämpfe den guten Kampf, der zu einem Leben im Glauben gehört. So schreibt es Paulus einmal an seinen guten Freund Timotheus.

Die ersten Christen, zusammen mit Petrus, erlebten das am eigenen Leib. Auch wenn sie verhaftet wurden und ins Gefängnis kamen, sie blieben fest im Glauben. Für sie war klar: Gott muss man mehr gehorchen als den Menschen. (Apostelgeschichte 5)

In vielen Ländern dieser Welt müssen Christen Angst haben um ihr Leben. Haben Angst, ins Gefängnis zu kommen, wenn sie sich zu Jesus bekennen.

Und sie erleben: Wenn wir mit Jesus leiden, verbindet uns das noch mehr mit Jesus.

Wenn ich als Christ Schweres erleiden muss, gibt der Heilige Geist mir Kraft. Wenn ich für Jesus leiden muss, ist er ganz bei mir.

Und das deutet Jesus hier im Lukasevangelium, Kapitel 12 mit dem Bild der Taufe an.

Er erinnert hier nicht an die Taufe im Jordan. Taufe heißt einfach nur eintauchen oder waschen. Also ich bin in eine Sache völlig eingehüllt. Jesus wusste, was ihn erwartetet. Die schwerste aller Taufen. Eingetaucht und eingehüllt in das schlimmste Leid. Eingetaucht bis in den Tod.

Und nur so gilt für jeden, der zu Jesus gehört diese wunderbare Zusage (Römer 6,4) „So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.“

Ich bete: Herr Jesus, ich brauche dich. Ich brauche deine Hilfe, die Kraft deines Geistes, wenn es schwer ist, zu dir zu stehen. Wenn sich andere von mir distanzieren. Danke, dass du den Weg vorausgegangen bist und dass dein Feuer der Liebe in meinem Herzen brennt. Amen.

►   Infos zum Lukasevangelium 

Autor: Pfarrerin Dorit-Christina Thielmann


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