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Noch mal im Bett umdrehen und weiterschlafen. Eine halbe Stunde später kennt der Wecker kein Pardon mehr. Schnell ins Bad. Frühstücken, anziehen und auf zur Arbeit. Gott?
„Tut mir leid, Herr, keine Zeit – die Arbeit ruft. Unterwegs rede ich mit dir, bin ja zu Fuß unterwegs.“ In der nächsten Straße treffe ich auf eine Kollegin und rede mit ihr. Gott?
„Entschuldige bitte, ich kann doch nicht stumm neben ihr herlaufen. Gleich in der Gebetsgruppe habe ich Zeit für dich, versprochen.“ Ich suche alles fürs Arbeiten zusammen und eile in die Gebetsgruppe. Konzentriert bin ich nicht. Gedanklich gehe ich schon den Arbeitstag durch. Gott?
Das Losungsbuch der Herrnhuter Brüdergemeine wird von der Leiterin gezückt. Erst beim neutestamentlichen Bibelvers horche ich auf. Er steht im Jakobusbrief Kapitel 4,7 und lautet: „Ordnet euch Gott unter.“ Ich zucke zusammen. Bisher war es umgekehrt. Gott musste zurückstecken. Ich habe Gott keine Zeit gelassen, sich zu Wort zu melden. Doch jetzt ergreift er unmissverständlich das Wort: „Ordnet euch Gott unter! Und dem Teufel widersteht, dann wird er von euch ablassen und fliehen.“
Meine Reaktion darauf: „Das gibt’s doch nicht, Herr!“ Ich hatte es geahnt. Wo in der deutschsprachigen Bibelausgabe vom Teufel die Rede ist, da steht im Griechischen „Diabolos“ – der Durcheinanderbringer. Er hat meinen Morgen so aufgewirbelt, dass ich Gott keine Chance gegeben habe.
Das wird jetzt anders: „Vergib mir, Herr! Nun bist du am Zug.“
Autor: Pastorin Elke Drossmann
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