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Das Wetter: das wahrscheinlich beliebteste Smalltalkthema der Welt. Übers Wetter kann man immer plaudern: in der U-Bahn, mit der Zahnärztin, an der Kasse im Supermarkt. Und meistens geht’s darum, ob es denn „schön“ werde.
Aber was meine ich eigentlich mit „schön“? Vor kurzem hat uns ein Hörer geschrieben: Es ärgert ihn unsagbar, wenn Radiosprecher das Wetter nur dann gut finden, wenn es Sonnenschein gibt. Schließlich ist so ein kräftiger Regen doch auch was Feines und überhaupt: Die Natur braucht Sonne genauso wie Regen, Frost und Wind.
Recht hat er. Vor kurzem bin ich über einen faszinierenden Vers aus Psalm 148 gestolpert. In diesem Psalm stimmt der Autor ein Loblied auf den Schöpfer an und schließt darin die ganze Natur mit ein – wirklich die ganze Natur, denn er sagt: „Lobet den Herrn [...] Feuer, Hagel, Schnee und Nebel, Sturmwinde, die sein Wort ausrichten!“ (Psalm 148,8).
Gefährliche Gesellen, die sich der Psalmist da ausgesucht hat, um gemeinsam Gott zu preisen! Doch sein Herr ist eben kein Schön-Wetter-Gott und seine Schöpfung ist nicht nur wunderschön, sondern auch kraftvoll und wild.
Beim nächsten Mal, wo mir Schnee und Regen einen Strich durch die Rechnung machen, habe ich mir vorgenommen, mich nicht zu ärgern und auf vermeintlich schöneres Wetter zu hoffen. Sondern ich werde genau hinhören und darauf lauschen, wir der Lobgesang der Sturmwinde klingt.
Autor: Tanja Rinsland
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