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„Wollen Sie wirklich die Festplatte formatieren?“ – Vor gar nicht so langer Zeit konnte ich mich zumindest in dieser Hinsicht stark und mächtig fühlen: Ich hätte tatsächlich meinen Rechner zurücksetzen können auf 0. Alles ausradieren, was freundliche Dienstleister auf der Maschine eingerichtet haben – und was ich selbst erarbeitet und dort gespeichert habe. „format c:“ hieß der finale Befehl, der die digitale Selbstvernichtung eingeleitet hätte.
„Du willst doch nicht wirklich die Festplatte formatieren“ – Mose, der Anführer des Volkes Israel, hat vor 3.200 Jahren noch nicht die digitalen Möglichkeiten von heute gehabt, also stand ihm auch dieses Sprachbild nicht zur Verfügung. Und so hat er sich im Gespräch mit Gott etwas anders ausgedrückt – aber ähnlich drastisch. Im 5. Buch Mose Kapitel 9 erinnert er sich, wie er Gott in einem kritischen Augenblick bestürmt hat
„Herr, mein Gott, vernichte doch nicht dein Volk, dein Eigentum, das du in deiner großen Macht aus dem Sklavendasein in Ägypten befreit hast!“
Die Geschichte Gottes mit dem Volk Israel ist komplex und belegt jede Menge Speicherplatz. Und Gott hätte tatsächlich Grund genug gehabt, das Experiment zu beenden – „format c:“. Wir Menschen machen es dem Schöpfer wirklich nicht leicht. Jede und jeder von uns ist nicht nur von Gott begabt, sondern auch zu allem fähig – auch zum Schlimmsten.
Wir könnten es Gott noch nicht einmal verübeln, wenn er den Resetknopf drücken und alles zurücksetzen würde. Aber zu unserem Glück will Gott nicht vernichten, nicht von der Festplatte tilgen, sondern retten. Seine Geschichte mit dem Volk Israel hat damals erst richtig Fahrt aufgenommen. Und seine Geschichte mit uns, mit Ihnen und mir, ist noch lange nicht zu Ende.
Autor: Markus Baum
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