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Ohne Licht kein Wachstum. Dieses Naturprinzip habe ich schon im Kindergarten gelernt: Die Erzieherin hat uns damals aufgefordert, zwei Bohnen zu pflanzen. Ein Topf kam auf die Fensterbank, der andere in den großen Bastelschrank. Bei der Fensterbank-Bohne konnte ich schon nach wenigen Tagen die ersten Blätter bestaunen. Und ich habe mich schon gefragt, wie es wohl den Pflanzen im Schrank erging.
Wie zu erwarten, war da das Ergebnis eher dürftig. Als die Erzieherin die Töpfe nach drei Wochen aus der Dunkelheit holte, kamen lauter verkümmerte, bleiche Pflanzenstummel zum Vorschein.
Ohne Licht ist eben kein Wachstum möglich.
Für mich sind diese Bohnenpflänzchen ein Sinnbild dafür, wie Persönlichkeitsentwicklung möglich wird. Wenn ich mich als Mensch entfalten will, muss ich so manche dunkle Ecke in meiner Seele dem Licht aussetzen. Ängste, Unversöhnlichkeit und Verletzungen müssen aufgedeckt und verarbeitet werden. Das ist allerdings kein einfacher Prozess. Laut dem Apostel Paulus muss ich das aber gar nicht aus eigener Kraft schaffen. Paulus schreibt: „Die Frucht, die vom Licht hervorgebracht wird, besteht in allem, was gut, gerecht und wahr ist“ (Epheser 5,9).
Licht ist hier ein Sinnbild für Gottes Anwesenheit in meinem Leben. Gott schafft für mich einen Lebensraum, in dem ich mich verändern kann. Denn er füllt diesen Raum mit seiner Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit. In diesem Raum kann ich so mancher Dunkelheit in meinem Inneren begegnen, ohne dabei zu verkümmern.
Zeit also, meine Seele aus dem Bastelschrank zu holen und auf die Fensterbank zu packen. Zeit, ins Licht zu treten.
Autor: Tanja Rinsland
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