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Manchmal finde ich Gedanken in der Bibel, die so völlig anders sind als das, was ich aus meinem Alltag kenne. Heute ist es wieder einmal so weit. Im Buch der Sprüche lese ich:
Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot, dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser, denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen, und der HERR wird dir’s vergelten. (Sprüche 25, Verse 21–22)
Salomo empfiehlt genau das Gegenteil dessen, was seinerzeit üblich ist. Anstatt mit Härte und Ablehnung zu antworten, rät er zur Freundlichkeit. Ich soll mich meinem Widersacher zuwenden, wenn er bedürftig ist. Ihm Gutes tun, wenn er es braucht. Diese Haltung soll mein Leben prägen.
Das Matthäusevangelium überliefert Worte von Jesus, die unterstreichen, was Salomo vor ihm gesagt hat. In der Bergpredigt entwickelt Jesus den Gedanken weiter. Jesus erwartet von seinen Nachfolgern sogar, dass sie die Feindesliebe zu einem Teil ihres künftigen Lebensstils machen.
Aber fordern Salomo und Jesus nicht mehr, als man von einem Menschen verlangen kann? Überhaupt, wie soll ich das anstellen?
Ich glaube, dass das aus eigener Kraft nur schwer möglich ist. Aber wenn ich Jesus herzlich bitte, mir dabei zu helfen, das Unmögliche zu tun, dann kann es tatsächlich gelingen. Warum? Weil ich dann aus der Kraft handle, mit der er mich ausstattet. Und das macht den Unterschied.
Autor: Wolf-Dieter Kretschmer
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