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Ich schiebe den vollen Einkaufswagen zur Kasse. Alles meins, was darin liegt. Ich werde es mir schmecken lassen. Wohl kaum käme ich auf folgende Idee: das Beste, was im Wagen liegt, opfern, und zwar für Gott.
Komische Vorstellung. Aber genau so etwas sagt Gott seinem Volk Israel. Das Erste und das wirklich Beste von den Feldfrüchten, die sein Volk geerntet hat, soll nicht in ihren Mägen landen. Die Menschen sollen es ihm opfern.
„Du sollst anbeten vor dem Herrn deinem Gott," heißt es im 5. Buch Mose weit vor unserer Zeitrechnung, "und sollst fröhlich sein über alles Gut, das der Herr dir und deinem Hause gegeben hat.“
Das klingt für den modernen Menschen des 21. Jahrhunderts befremdlich und geradezu absurd. Aber ich kann daraus etwas lernen, und plötzlich bekommt diese Anweisung Sinn.
Erstens: Ich lerne, dass das, was ich ernte, nicht auf meinem Mist gewachsen ist. Ohne Gott wäre hier gar nichts gediehen. Zweitens: All das gehört nicht mir allein. Ich kann, ich soll, ich darf davon abgeben, sagt der Bibeltext weiter. Erst diese Grundeinstellung macht fröhlich und zufrieden.
Und das hat Sinn bis heute: Ich werde dankbarer, und kralle nicht fest. Ich gebe ab. Ich spende, z.B. Lebensmittel an die Tafeln, Geld für Hilfsorganisationen. Der Vers aus dem 5. Buch Mose ist eine Keimzelle für dieses Netzwerk, ein ganzes Sozialgefüge, von dem nicht nur ich, sondern auch andere profitieren. Das gibt Gott wirklich die Ehre.
Autor: Andreas Odrich
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