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Es sollte eine große Einweihungsparty werden. Nach sieben Jahrzehnten im Exil waren die Israeliten im 6. Jahrhundert vor Christus endlich nach Jerusalem zurückgekehrt. Und noch besser: Der Begegnungsort mit Gott, der Tempel, war wieder aufgebaut. Bescheidener als der prachtvolle Vorgängerbau, aber immerhin. Und eine Stadtmauer schützte sie nach außen vor Gefahr.
Die Menschen hatten also Grund zum Feiern. Und doch verlief die Party anders, als von vielen erwartet. Das Gesetz des Mose, Gottes gutes Regelwerk, wurde vorgelesen. Und auf einmal war allen klar: Wir haben uns in der Vergangenheit weiter von Gott entfernt, als wir selbst gedacht hatten.
Das war erschütternd. Und weil die Israeliten Orientalen waren, weinten sogar die Männer. Trotzdem durchzieht im weiteren Verlauf eine bemerkenswerte Mischung aus Trauer und Freude das Fest. Auf einmal ist die Erkenntnis da: Unser Gott ist ein Gott der Barmherzigkeit. Wenn wir umkehren und anfangen, unser Leben zu verändern, dann haben wir Grund zur Freude. Denn Gott war schon immer barmherzig.
Im Rückblick heißt es im biblischen Buch Nehemia im 9. Kapitel über Gott: „In deiner großen Barmherzigkeit hast du … [dein Volk] nicht verlassen. Denn du, Gott, bist reich an Gnade und Barmherzigkeit.“ (Nehemia 9,31)
Diese Worte machen auch mich froh. Besonders dann, wenn sich mal wieder alte Fehler in meinem Leben in Erinnerung rufen.
Dann kann ich mir klar machen: Gott schaut nicht darauf! Wenn ich bereit bin, seinen Plänen für mich zu folgen, dann blickt er gemeinsam mit mir in eine gute Zukunft.
Autor: Oliver Jeske
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