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Manchmal können Texte nur schwer zugordnet werden. Da klingt ein Satz wie aus der Kampfschrift einer kommunistischen Kaderschmiede und dann stammt er doch tatsächlich aus der Bibel. Der hier gehört dazu: "Er streckt seinen starken Arm aus und fegt die Hochmütigen mit ihren stolzen Plänen hinweg. Er stürzt Herrscher von ihrem Thron, Unterdrückte aber richtet er auf." (Lukas 1,51-52)
Diese Sätzen stammen aus dem Lukasevangelium der Bibel und dort zitiert Lukas Maria, die Mutter von Jesus. Maria hat eben erfahren, dass sie den Messias des Volkes Israel und den Retter der gesamten Welt gebären soll. Diese Offenbarung löst in ihr eine Lobeshymne auf Gott aus, dessen Barmherzigkeit sie preist. Und in diesem Kontext fallen dann eben auch die beiden eben zitierten Sätze.
Denn im Satz davor betont Maria: "Seine [Gottes] Barmherzigkeit bleibt für immer und ewig, sie gilt allen Menschen, die in Ehrfurcht vor ihm leben." Und dann macht Maria klar, wer nicht unter diese Kategorie von Menschen fällt: Die Hochmütigen mit ihren stolzen Plänen und die Herrscher. Bei Letzteren sind vermutlich jene Herrscher gemeint, die keine Ehrfurcht vor Gott kennen und deshalb andere Menschen unterdrücken.
Wer keine Ehrfurcht vor Gott hat, der hat auch keine Ehrfurcht vor dem Leben, der Natur, den Mitmenschen. Das ist im Laufe der Geschichte immer wieder deutlich geworden. Und solche Herrscher wurden dann trotz ihrer Versuche sich an der Macht zu halten früher oder später von ihrem selbsterrichteten Thron gestoßen. Wie es im Sprichwort heißt: Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sicher.
Autor: Horst Kretschi
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