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„Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“ – ein Gassenhauer, ein Schlager aus dem Jahr 1938. Gustav Gründgens hat das Lied gesungen im Film „Tanz auf dem Vulkan“ in der Rolle des Schauspielers Debureau in der Julirevolution von 1830. Die Comedian Harmonists, Hildegard Knef, Rudi Schuricke, Max Raabe, Udo Lindenberg – im Lauf der Jahre haben viele Künstler sich das Lied zu eigen gemacht. Damit auch sein Thema.
Wenn nicht zum Schlafen, wofür ist die Nacht sonst noch da? Dafür, dass etwas geschieht. Lebensfreude, Lieben, Lachen. Singen, Tanzen. Den Augenblick genießen. Wo hat der Texter, wo hat Otto Ernst Hesse das her?
Eine Inspirationsquelle war womöglich der Psalm 149. Denn dort, im Lieder- und Gebetbuch Israels auf der vorletzten Seite, steht doch tatsächlich: „Singt dem Herrn ein neues Lied… Tanzt im Kreis, musiziert für ihn mit Tambourin und Harfenklängen… Die Frommen sollen jubeln zu Gottes Ehre, sie sollen jauchzen auf ihren Nachtlagern.“
Worship im Schlafzimmer – klingt originell, die Idee ist in Wirklichkeit aber auch schon 2.500 Jahre alt. Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da – wer kein Auge zukriegt, wer schlecht oder zu kurz schläft, kann das Beste daraus machen. Kann zum Beispiel Gott ein Loblied anstimmen, zumindest im Herzen. In christlichen Klöstern gibt’s seit 1.700 Jahren die Tradition, dass sich die Klosterbrüder oder -Schwestern zwischen Mitternacht und dem frühen Morgen zur Vigil sammeln, Psalmen singen und beten. Regelmäßig und in dieser Strenge üben das heute nur noch wenige Orden. Aber die können sich immerhin auf Psalm 149 berufen. Wonach die Nacht nicht allein zum Schlafen da ist.
Autor: Markus Baum
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