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Description:
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Hospizzimmer – wenige Worte,ein Händedruck und Gemütlichkeit, wo sie nicht erwartet wird Es war mitten in der Nacht, das Zimmer war gemütlich beleuchtet durch eine Lichterkette, die um einen kleinen Bonsai gewickelt war und als Weihnachtsbaum diente, und ich saß auf der Bettkante am Pflegebett meiner Frau, Elli, die kaum noch sprechen konnte. Ich hielt ihre Hand. Sie drückte sie. Ich wusste: Jetzt geht es nicht um Worte. Jetzt geht es um Dasein. Ich habe Elli 26 Monate lang begleiten dürfen und gepflegt. Mit einem Glioblastom, eine lebensbegrenzende Diagnose, unheilbar. Die letzten fünf Monate haben wir gemeinsam in einem Doppelzimmer im Hospiz gelebt. Mit gemütlichen GinTonic (alkoholfrei) Abenden am Lagerfeuer und der Gewissheit der Ungewissheit, aber immer mit Humor. Ich war nicht nur Ehemann, sondern auch Pflegeperson, Übersetzer, manchmal Anwalt und auch Seismograf, um heikle Situationen gemittelt auszubaden und aufzuzeichnen. Was ich in dieser Zeit gelernt habe: Kommunikation ist nicht alles, aber ohne Kommunikation ist alles nichts.
Robert Marx |