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Evidenzbasierte Praxisentwicklung (Nina Kolbe)

Category: Science & Medicine
Duration: 00:00:00
Publish Date: 2024-07-20 07:00:32
Description:
Evidenzbasierte Praxisentwicklung (Nina Kolbe)

Die evidenzbasierte Praxisentwicklung gewinnt in der Pflege zunehmend an Bedeutung. Ziel dieser Praxis ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch in den Pflegealltag zu integrieren, um die Pflegequalität zu verbessern und patient:innenenorientierte Entscheidungen zu fördern. In diesem Artikel wird anhand von Erfahrungen und Projekten am Uniklinikum Münster (UKM) aufgezeigt, wie diese Integration erfolgreich gestaltet werden kann.

Definition und Bedeutung der evidenzbasierten Praxisentwicklung

Evidenzbasierte Praxisentwicklung verbindet externe Evidenz, also wissenschaftliche Forschungsergebnisse, mit interner Evidenz, den praktischen Erfahrungen der Pflegenden, und den Präferenzen der Patient:innen. Diese Verbindung ermöglicht es, pflegerische Entscheidungen fundiert und patient*innenorientiert zu treffen. Laut Nina Kolbe, Leiterin der Stabstelle Pflegewissenschaft am UKM, ist dies nur möglich, wenn Pflegekräfte die Kompetenz besitzen, Forschungsergebnisse zu verstehen, kritisch zu bewerten und in die Praxis umzusetzen.

Evidenzbasierte Praxisentwicklung (Nina Kolbe)

Herausforderungen bei der Implementierung

Die Umsetzung der evidenzbasierten Praxis stellt Pflegende vor verschiedene Herausforderungen. Ein zentrales Problem ist der Mangel an Zeit und Ressourcen, um sich intensiv mit wissenschaftlicher Literatur auseinanderzusetzen. Zudem sind entsprechende Kompetenzen oft nicht ausreichend in der regulären Ausbildung integriert. Nina Kolbe betont, dass es wichtig ist, Pflegekräfte zu befähigen, Forschungsfragen zu formulieren und zu beantworten. Dies erfordert gezielte Weiterbildung und den Zugang zu wissenschaftlichen Ressourcen.

Evidenzbasierte Praxis oder auch Praxisentwicklung heißt für mich, dass wir es hinkriegen, wirklich die externe Evidenz, also quasi die Forschungserkenntnisse, die an dritten Personen identifiziert worden sind, diese Erkenntnisse wirklich auch mit in die Entscheidungsfindung, in die Praxis, mit den Patient:innen, in Kombination mit der internen Evidenz, also die Erfahrung der Pflegenden, die Präferenzen der Patient:innen zueinander zu bringen.” - Nina Kolbe

Erfolgreiche Projekte und Praxisbeispiele

Am UKM wurden mehrere Projekte initiiert, die die erfolgreiche Umsetzung der evidenzbasierten Praxisentwicklung demonstrieren. Ein herausragendes Beispiel ist das Projekt zur Mucositis-Prophylaxe in der Onkologie. Hier wurde die Wirksamkeit verschiedener Mundpflegemittel untersucht, um die bestmögliche Prophylaxe für Patient:innen zu gewährleisten. Durch gezielte Forschung und interdisziplinäre Zusammenarbeit konnte ein effektiveres Pflegekonzept entwickelt werden, das den Patient:innen unmittelbar zugutekommt.

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